Hohe Rohschäfte

Alle Themen die das Zusammenspiel von Pfeil und Bogen samt zugehöriger Tests betreffen
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heisem
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Hohe Rohschäfte

Beitrag von heisem » 19. Sep 2019, 23:06

Hallo, ich brauche mal eure Schwarmintelligenz.
Basis ist meine Ausstattung gemäß Signatur. Das ist mein Hallensetup, das sich vom Sommersetup nur durch die Pfeile unterscheidet. Jetzt ACC, vorher ACG.
Ich habe das Problem, dass, egal was ich mache, die Rohschäfte ab 15 m deutlich höher liegen als die Befiederten. Ich habe Tiller von 6 bis 0 mm und Nockpunkthöhen von 8 bis 16 mm probiert, immer sind sie höher. Mal etwas unterschiedlich, aber dauerhaft. Habe die Rohschäfte mal umwickelt, mal blank geschossen. Bei 14 mm ist das Minimum an Abweichung, aber es bleibt. Die ganze Außensaison wurde ich dieses Phänomen nicht los.
Mit Fotos haben wir die Auslenkung der Wurfarme bei Vollauszug geprüft, oben und unten sehr gleichmäßig, keine Auffälligkeiten.
Ich habe jetzt die ACC ohne Rohschäfte getunt, ein Kollege hat von hinten geguckt. Bei normalen 11 - 13 mm gehen die Befiederten jetzt raus wie Sahne. Hab 12 mm eingestellt. Auf 40 m super Gruppen in gleichmäßiger Höhe. Anscheinend habe ich den ganzen Sommer mit einem zu hohen Nockpunkt geschossen.
Für Hinweise auf mögliche Ursachen wäre ich dankbar.
Gruß
Heiko
Hoyt Prodigy - Border Formula HEX6.5-H - Spigarelli Z/T - Gabriel GS IV - Sure-loc Contender-X - Easton ACC 3L-04/750 - 120 grn - FF+ 19 Strands - Tec-Hro 5.15 - Fuse VFR - Custom Weights

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ullr
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Re: Hohe Rohschäfte

Beitrag von ullr » 20. Sep 2019, 03:17

heisem hat geschrieben:
19. Sep 2019, 23:06
Hallo, ich brauche mal eure Schwarmintelligenz.
Basis ist meine Ausstattung gemäß Signatur. Das ist mein Hallensetup, das sich vom Sommersetup nur durch die Pfeile unterscheidet. Jetzt ACC, vorher ACG.
Ich habe das Problem, dass, egal was ich mache, die Rohschäfte ab 15 m deutlich höher liegen als die Befiederten.
...
Hallo und guten Morgen Heiko,
Wo liegen die Unbefiederten bei 10m Entfernung?
Gruß und klar doch,
"Gut Schuss!"
Christian
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heisem
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Re: Hohe Rohschäfte

Beitrag von heisem » 20. Sep 2019, 08:36

ullr hat geschrieben:
20. Sep 2019, 03:17
Hallo und guten Morgen Heiko,
Wo liegen die Unbefiederten bei 10m Entfernung?
Gruß und klar doch,
"Gut Schuss!"
Christian
Moin Christian,
auf 10 m bei 11-14 mm Nockpunkthöhe kein veritabler Unterschied zu den Befiederten.
Der Schlenker nach oben kommt so bei 13-15 m.
Aber da muss ja eine Dynamik drin sein, die das bewirkt. Nach der suche ich.
LG
Heiko
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ullr
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Re: Hohe Rohschäfte

Beitrag von ullr » 20. Sep 2019, 09:57

heisem hat geschrieben:
20. Sep 2019, 08:36
ullr hat geschrieben:
20. Sep 2019, 03:17
Hallo und guten Morgen Heiko,
Wo liegen die Unbefiederten bei 10m Entfernung?
Gruß und klar doch,
"Gut Schuss!"
Christian
Moin Christian,
auf 10 m bei 11-14 mm Nockpunkthöhe kein veritabler Unterschied zu den Befiederten.
Der Schlenker nach oben kommt so bei 13-15 m.
Aber da muss ja eine Dynamik drin sein, die das bewirkt. Nach der suche ich.
LG
Heiko
Hallo Heiko,
Ich denke, du hast bei deiner Abstimmung eine Kombination erwischt, die in sich passt, aber bei der Änderung des Luftangriffspunktes diesen Effekt bewirkt.
Eine kurze Erklärung meiner Meinung

1. Innenballistik: Alle Vorgänge die direkt mit der Beschleunigung des Pfeiles in der Waffe einschließlich der Bewegungen des Pfeiles, Biegeschwingungen, Drehschwingungen des Pfeiles zusammenhängen.

2. Zwischenballistik: Bewegungen des Pfeiles nahe der Waffe, die noch direkt mit den innenballistischen Vorgängen zusammenhängen. Das ist beim Pfeil erfahrungsgemäß die Entfernung bis 10m. Bei Rohrwaffen können das wenige Zentimeter (Druckgaswaffen) bis mehrere Meter (größere Kaliber) sein

3. Außenballistik: Bewegung des Pfeiles ab 10m in der Atmosphäre. Vorgänge in der Waffe spielen keine Rolle mehr, der Pfeil folgt dem aufgeprägten Abgangswinkel und den angreifenden Luftkräften.

Wenn also der Nockpunkt bei 10 m stimmt, ist es hochwahrscheinlich, dass du bei größeren Prüfentfernungen zwei aerodynamisch verschiedene Geschosse vergleichst (z.B. Luftangriffspunkt, Unterschiede in der Masse des Pfeiles, Drehschwingungen, Biegeschwingungen des gesamten Pfeiles, die dem Pfeil aufgeprägt wurden.)
Gruß und klar doch,
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heisem
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Re: Hohe Rohschäfte

Beitrag von heisem » 20. Sep 2019, 14:43

Hallo Christian, danke.
Die Frage ist für mich, ob und ggf. wie schädlich die Einflüsse auf die Befiederten wirken, die das Abdriften des Rohschaftes nach oben verursachen. Und wann die sich auswirken, z. B. ob das erklärt, dass ein schlecht geschossener Pfeil deutlicher abweicht als gewöhnlich.
Gruß Heiko
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Re: Hohe Rohschäfte

Beitrag von ullr » 20. Sep 2019, 18:16

heisem hat geschrieben:
20. Sep 2019, 14:43
Hallo Christian, danke.
Die Frage ist für mich, ob und ggf. wie schädlich die Einflüsse auf die Befiederten wirken, die das Abdriften des Rohschaftes nach oben verursachen. Und wann die sich auswirken, z. B. ob das erklärt, dass ein schlecht geschossener Pfeil deutlicher abweicht als gewöhnlich.
Gruß Heiko
Es gibt in der Ballistik jede Menge von Phänomenen die sind analytisch nicht lösbar und zur experimentellen Untersuchung bräuchte man einen immensen Meßaufwand.
Ich würde den Unbefiederten auf 10m im Vergleich zu den Befiederten schießen, bei etwas angezogenem oberen Tiller (ne halbe oder 3/4 Umdrehung????) und die Nockpunkthöhe mit dieser Einstellung neu ausschießen. Und dann die ermittelte Nockpunkthöhe auf 18m mit dem Unbefiederten gegenüber den Befiederten überprüfen.
Eine klare Begründung kann ich dir nicht geben, halt Trial and Error... ;)
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Re: Hohe Rohschäfte

Beitrag von heisem » 21. Sep 2019, 22:58

Update. Nicht ganz zufällig war ich heute auf der Trainerfortbildung "Bogentuning" im NSSV. Dort haben Zeitlupenaufnahmen meiner Pfeile gezeigt, dass sie auf die Auflage drücken, als wären sie mit Untergriff geschossen. Anschließend habe ich Kontakt mit Border aufgenommen und habe auch Antwort erhalten. Lange Rede, kurzer Sinn, Sid empfiehlt mir, die Standhöhe noch etwas abzulassen, damit sich der Tiller verringert. Mein Prodigy ist wohl stärker reflex als die Mittelstücke, mit denen Border tillert. Als weitere Option könnte ich noch den Tiller direkt verringern. Danach müsste es möglich sein, die Nockpunkthöhe kleiner zu machen, ohne dass die Schäfte auffedern. Mal schauen, was das nächste Tuning bringt. Border ist eine andere Welt!
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Re: Hohe Rohschäfte

Beitrag von heisem » 22. Sep 2019, 10:30

Nachtrag. In der Border Gruppe bekam ich nun noch eine zweite Meinung. Mir wird geraten, das Tuning mit 7 Zoll Standhöhe zu beginnen und zu allererst den Tiller einzustellen (Visiermethode). SIEBEN! - Wer soll darauf kommen?
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Re: Hohe Rohschäfte

Beitrag von ullr » 22. Sep 2019, 10:46

heisem hat geschrieben:
22. Sep 2019, 10:30
Nachtrag. In der Border Gruppe bekam ich nun noch eine zweite Meinung. Mir wird geraten, das Tuning mit 7 Zoll Standhöhe zu beginnen und zu allererst den Tiller einzustellen (Visiermethode). SIEBEN! - Wer soll darauf kommen?
Hallo Heiko,
Verständnisfrage: Was macht man bei der "Visiermethode" ?
Wenn ich einen Bogen einrichte, messe ich den Tiller und halte mich an den Rat "Oben" mehr als "Unten". Also der senkrechte Abstand Sehne zur Wurfarminnenkante am Mittelstück "Oben" und "Unten". Wenn diese Abstandsdifferenz zwischen +5 und +10mm liegt, drehe ich da nicht mehr rum. Alles andere macht die Nockpunkteinstellung. Die ist gegenüber der Tillerveränderung extrem fein und hat die gleiche technische Auswirkung:
Synchronisation der Federsteifen beider Wurfarme.
Und "Sieben", ist das deine jetzt gefundene Nockpunktüberhöhung?
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Re: Hohe Rohschäfte

Beitrag von bkr_hro » 22. Sep 2019, 21:14

Wenn diese Abstandsdifferenz zwischen +5 und +10mm liegt, drehe ich da nicht mehr rum. Alles andere macht die Nockpunkteinstellung.

und hast du mal getestet oder durch andere testen lassen, ob es dann einen Unterschied gibt im Bogenverhalten / Visiereinstellungen usw bei Tiller "+5" und Tiller "+10" ?

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