WA Regelwerk Änderung Nachschießen

Fragen zu den Regelwerken der einzelnen Bogensportverbände
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b_der_k_te
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WA Regelwerk Änderung Nachschießen

Beitrag von b_der_k_te »

Die WA hatte bei der letzten Konferenz (Winter 2021/22?) die Regel die es ermöglicht hat bei technischen Defekten oder medizinischen Fällen die dadurch versäumten Pfeile weitestgehend nachzuschießen, aus dem Regelwerk hinaus gekickt.
Nun wurde diese Regel mittels Bylaw wieder aufgenommen.
Sollte also ein technischer Defekt der von einem Schiedsrichter bestätigt wird, oder einen medizinischen Notfall auftreten, so hat man wieder 15 Minuten oder 2 Passen Outdoor bzw. 3 Passen Indoor (je nachdem was früher abläuft) Zeit weiter in den Bewerb einzusteigen und die verpaßten Pfeile nachzuschießen.
https://extranet.worldarchery.sport/doc ... ailure.pdf

Etwas paradox aber nicht störend dazu: Ohne dem Bylaw oben hätte man den technischen Defekt innerhalb der 4min bzw. 2min Passe-Zeit lösen dürfen indem man von der Schußlinie tritt und dann rechtzeitig wieder weiter schießt. Da die Schießzeit aber üblicherweise abgebrochen wird wenn niemand mehr auf der Schußlinie steht, war ein weiterer Bylaw notwendig der ab September in Kraft tritt:
https://extranet.worldarchery.sport/doc ... ooting.pdf
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mbf
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Re: WA Regelwerk Änderung Nachschießen

Beitrag von mbf »

Puh, die Ansage der Schweden war schon hart. Aber nötig. Daumen hoch an Euch!

Und die Regelung zum Abpfeifen, nun ja, eigentlich stand es ja schon im alten Regelwerk: "“Whenever the shooting line is clear, with all archers having finished shooting their arrows..." Wenn man den 2. Halbsatz als notwendige Bedingung versteht, darf nicht abgepfiffen werden, wenn die Linie frei ist, gerade mit der Neuregelung der Defekte. Aber jetzt ist es mit der Einbindung des KR klar geregelt.
Grüße, Matthias

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FUH
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Re: WA Regelwerk Änderung Nachschießen

Beitrag von FUH »

Ob sich an der Regelung, nach der es keine technischen Defekte mehr gibt (mit Ausnahmen) etwas in Deutschland ändert, werden wir im Oktober besprechen. Bis dahin bleibt es wie es jetzt ist.

Und daß ein Kampfrichter informiert werden sollte, wenn ein Schütze die Schießlinie verläßt und die Absicht hat, innerhalb der Schießzeit auf dieselbe zurückzukehren, war eigentlich schon immer so. Nur wird das hier lediglich nochmal schriftlich bestätigt.
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mbf
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Re: WA Regelwerk Änderung Nachschießen

Beitrag von mbf »

Dann haben wir wieder das alte Problem, dass sich bei bestimmten Turnieren die Regelwerke beißen. Zitat einer Ausschreibung LM im Freien (international rekordberechtigt): "Es gilt die aktuelle SpO des DSB (Stand 1.1.2022) und die WA in der aktuellen Fassung." Diese LM ist bereits gelaufen, aber rein hypothetisch, wenn das vor Oktober nochmal irgendwo drinsteht: was gilt jetzt und worauf hat der Schütze Anspruch?
Grüße, Matthias

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FUH
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Re: WA Regelwerk Änderung Nachschießen

Beitrag von FUH »

Wenn die Aenusschreibungen richtig formuliert werden, beißen sich die Sportordnungen des DSB und der WA nicht. Bei freien Turnieren kann sich der Ausrichter entscheiden, ob er die Veranstaltung nach der deutschen Sportordnung oder nach WA-Regeln durchführen möchte. Entsprechend wird er die Ausschreibung formulieren. Da die WA die übergeordnete Oragnisation ist, sind bei Turnieren, die nach DSB-Sportordnung ausgetragen werden Formulierungen üblich wie "nach Sportordnung, hilfsweise nach WA-Regeln". Das bedeutet lediglich, daß Punkte, die in der Sportordnung nicht geregelt sind, gemäß der WA-Bücher geregelt sind. Beide Sportordnungen, also die deutsche und die internationale, können nicht gleichzeitig gelten und so sollte es in den Ausschreibungen auch kommuniziert werden.
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mbf
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Re: WA Regelwerk Änderung Nachschießen

Beitrag von mbf »

Danke.

Ja, so die Theorie. Leider lässt eine Formulierung wie die obige den Schützen und damit auch den Kampfrichter im Falle eines Regelwerkskonflikts ratlos zurück.

Ansonsten habe ich da die rein formale Frage: wenn ein Turnier international ausgeschrieben ist (Sternturnier, Arrowhead etc.), ist es dann überhaupt zulässig, eine internationale Regel mit einer widersprechenden nationalen Regel zu überstimmen? Theoretisch können dem Schützen ja für die Erlangung der internationales Auszeichnung Möglichkeiten genommen werden bzw. es kann sein, dass die nationale Regelung freizügiger ist und der Schütze einen ungerechtfertigten Vorteil hat. Oder fällt das in die Kategorie "Ist halt so, und außerdem sinds meist nur Kleinigkeiten"? Nehmen wir mal das Beispiel des technischen Defektes. Nehmen wir an, die WA-Regel würde in der vorigen Fassung (Reparatur nur innerhalb der Passe) noch bestehen. Ein Schütze hatte einen Defekt und repariert während der DSB-Viertelstunde. Jetzt schießt er einen Rekord. Nach WA-Regelwerk wäre dies nicht passiert. Zulässig? Oder sind das eher Fragen für die KR-Ausbildung? ;-)
Grüße, Matthias

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FUH
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Re: WA Regelwerk Änderung Nachschießen

Beitrag von FUH »

Was bedeutet "international ausgeschrieben"? Es gibt Vereine, die schreiben ein "Internationales Turnier" aus. Das bedeutet lediglich, daß der Verein Schützen aus dem Ausland erwartet. Eine gute Ausschreibung gibt an, nach welcher Sportordnung geschossen werden muiß. Ein Stern- oder Scheibennadelturnier oder auch ein Arrowhead werden über den DSB in den WA-Kalender aufgenommen. Dieses muß vom Ausrichter mit Link auf die Ausschreibung und unter Angabe des leitenden A-Kampfrichters angemeldet werden. Dieser Kampfrichter und sein Team werden darauf achten, daß das gesamte Turnier nach der ausgeschriebenen Sportordnung durchgeführt wird. Nehmen wir Ihr Beispiel: Wenn der Kampfrichter zuläßt, daß der Schütze nachschießen darf, obwohl es die Regelung "kein Nachschießen außer der Schülerklasse" gibt, so würde einem Einspruch anderer Schützen durch die Jury anstandslos stattgegeben werden und der Schütze bekommt keinen Rekord zugesprochen.
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mbf
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Re: WA Regelwerk Änderung Nachschießen

Beitrag von mbf »

Jo.

Nur - würde da jemand Einspruch einlegen? Alles so Überlegungen, die man sich hätte sparen können, wobei in diesen Fällen unklarer Festlegung, welches Regelwerk wie gilt, das Ganze letztendlich zu Lasten der Schützen geht, wenn derartiges später und am grünen Tisch entschieden werden muss.

Aber belassen wir es dabei, das ist ja wenn dann eher selten. Danke Dir auf jedem Fall!
Grüße, Matthias

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