Archery Analytics Pfeilauswahl Berechnung

Alle Themen die das Zusammenspiel von Pfeil und Bogen samt zugehöriger Tests betreffen
Abow
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Pfeilauswahl

Beitrag von Abow »

Ja ullr, so habe ich das bisher verstanden.
Für diesen Thread: aber wie könnten du und
die Bogensportwelt von deinem Erfahrungsschatz
profitieren? Vielleicht durch eine Kooperation
auf der Achse Koblenz – München oder mit
Easton … (bzw. umgekehrt) ?

Schönen Gruß
Abow
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ullr
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Re: Pfeilauswahl

Beitrag von ullr »

Abow hat geschrieben: 18. Mai 2021, 13:18 Ja ullr, so habe ich das bisher verstanden.
Für diesen Thread: aber wie könnten du und
die Bogensportwelt von deinem Erfahrungsschatz
profitieren? Vielleicht durch eine Kooperation
auf der Achse Koblenz – München oder mit
Easton … (bzw. umgekehrt) ?

Schönen Gruß
Abow
Ich selber habe hier im Forum sehr viel gelernt, sehr gute Hinweise auf erstklassige Literatur/Videos bekommen. Und nicht zu vergessen, hier sind sehr gute Diskussionen dokumentiert. Ich hoffe, dass einige durch meine Mitarbeit auch von
meinen Beiträgen profitiert haben. Ich habe mein Wissen so gut es mir möglich war veröffentlicht. Solange ich es noch kann, werde ich mich an den Diskussionen beteiligen.
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Christian
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b_der_k_te
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Re: Pfeilauswahl

Beitrag von b_der_k_te »

Seit Beginn dieses Themas steigt in mir auch wieder der Wunsch solche Dinge selbst rechnen zu können. Doch ich komme mit dieser Formelwelt aus der vorhandenen, mir zur Verfügung stehenden Literatur nicht klar.
Die Knickgleichungen sind ja noch verhältnismäßig einfach, doch wie man davon auf die Größe der Durchbiegung kommt habe ich noch nicht herausgefunden. Die Biegeschwingung eines freien (also fliegenden) Stabes mit zusätzlichen Massen an seinen Enden ist auch nicht trivial zu rechnen.
Ich bräuchte echt eine Schritt für Schritt Anleitung um mich da zurecht zu finden und das in eine Berechung umzusetzen. :(
b_der_k_te
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Re: Archery Analytics Pfeilauswahl Berechnung

Beitrag von b_der_k_te »

Habe nun eine englischsprachige Arbeit gefunden die sich genau mit dem Denk-Ansatz von Archery Analytics befaßt.
https://www.ocf.berkeley.edu/~archery/w ... s/knsu.pdf
Dort ist es noch einmal beschrieben wie das Zusammenspiel von Schwingungsfrequenz des Pfeils und dem Zeitpunkt beim Verlassen des Bogens theoretisch funktionieren sollte.
Zuerst gibt es 6 Seiten Blabla; mit Kapitel III geht es dann los und auf Seite 9 gibt es eine erklärende Skizze dazu.

Die Auszugskurve wurde vereinfacht zu einer simplen Geraden und der Wirkungsgrad des Recurve-Bogens mit 90% angenommen. Abgesehen davon zeigt es ganz gut die Möglichkeiten auf die in dieser Modellbetrachtung stecken.
Es wird primär darauf geachtet das der hintere Schwingungsknoten des Pfeils zum ungefähr richtigen Zeitpunkt am Button vorbei fliegt.
Dann wird noch darauf geschaut wann die Federn/Nocke am Button vorbeikommen.
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rstoll
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Re: Archery Analytics Pfeilauswahl Berechnung

Beitrag von rstoll »

Wenn man das so liest scheint es 100% der Ansatz von Archery Analytics zu sein.
Was mich bei beiden irritiert ist der empirische Ansatz, den hinteren Schwingungsknoten zu ermitteln (der für mein verständnis eine große bedeutung hat):
The location of the nodes for the first Eigen-mode for an arrow were bound by gently holding the arrow shaft between two fingers and continually tapping the far end of the arrow against a padded surface, such as upholstered chair. The nodes were located where the resulting vibration was felt to be at ist minimum.
Das wäre für mich mit meinen subfiligranen Greifwerkzeugen alles andere als zielführend. Kann man sich dafür nicht einen präziseren versuchsaufbau vorstellen?
Etwas naiv hätte ich eigentlich vermutet, dass die Ermittlung von Eigenfrequenz und Lage der Knoten sich rechnerisch ermitteln lassen.
Hier ärgere ich regelmäßig Kinder und Erwachsene ;-) www.bsc-schoemberg.de
b_der_k_te
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Re: Archery Analytics Pfeilauswahl Berechnung

Beitrag von b_der_k_te »

Zur rechnerischen Ermittlung könnte Skipj bzw. Archery Analytics sicherlich was sagen. Wenn die Massen an den Enden (Spitze, Nocke und Federn) mitberücksichtigt werden, wird es nicht mehr so einfach.
In der verlinkten Arbeit wird die Eigenfrequenz vom Pfeil berechnet als wäre seine gesamte Masse über seine Länge gleichmäßig verteilt. (Also auch schon eine Näherung.) Wobei, auch nicht vollständig weil da dieser "Eigen-Wert" (Lambda) nirgends definiert ist. Von daher kann man das jetzt auch nicht für ein Beispiel einsetzen.
Die Knotenpunkte werden gemessen.
Eine Vorrichtung für die Knotenpunkte kann ich mir schon vorstellen: So etwas Ähnliches wie ein Spinemeßgerät, also wo der Pfeil auf zwei Punkten aufliegen kann. Wobei zumindest einer dieser Auflager entlang der Pfeilachse verschiebbar sein muß um den Abstand zwischen den Punkten verändern zu können. Eventuell sind die Auflager so präpariert das man den Pfeil (z.B. mittels Gummiringerln) an der Stelle "festhalten" kann. Tippt man den Pfeil zwischen den Punkten kurz an, so vibriert er, wenn er genau an den Knotenpunkten aufliegt, sehr lange nach.

Ein Trainer hat mir das auch mal so gezeigt: zuerst einmal einen Knotenpunkt ungefähr finden. (zwischen zwei Fingern halten, senkrecht hängenden Schaft antippen und den Punkt suchen an dem die Vibration lange anhält. An dem Punkt den Pfeil weiter festhalten aber den Schaft nun schräg auf eine Tischkante o.Ä. legen. Den Pfeil dazwischen runterzupfen und so den zweiten Punkt suchen. Denn liegt der Pfeil mit dem Knoten genau auf der Kante, hupft er nach dem anzupfen nicht mehr auf. Den Unterschied hört man sofort.
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ullr
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Re: Archery Analytics Pfeilauswahl Berechnung

Beitrag von ullr »

b_der_k_te hat geschrieben: 11. Jan 2022, 10:57 ...
https://www.ocf.berkeley.edu/~archery/w ... s/knsu.pdf
...
Die Auszugskurve wurde vereinfacht zu einer simplen Geraden und der Wirkungsgrad des Recurve-Bogens mit 90% angenommen. Abgesehen davon zeigt es ganz gut die Möglichkeiten auf die in dieser Modellbetrachtung stecken.
...
In meinem Modell wird die tatsächliche Auszugskurve berücksichtigt, der Wirkungsgrad wird aus der statischen Auszugskurve, und den beteiligten Massen bestimmt. Dabei kommen Werte zwischen 0,69 und 0,8 heraus. Dieser Wert ist stark abhängig von der Masse des Pfeiles (je höher diese, umso besser der Wirkungsgrad, jo, ist so... ;) ) Die Sehnenmasse hat auch Einfluss, aber nur einen sehr schwachen. Ich bin überzeugt davon, dass diese Zusammenhänge mit Sicherheit Einfluss auf die Abstimmung haben.
In der verlinkten Arbeit wird die Eigenfrequenz vom Pfeil berechnet als wäre seine gesamte Masse über seine Länge gleichmäßig verteilt. (Also auch schon eine Näherung.) Wobei, auch nicht vollständig weil da dieser "Eigen-Wert" (Lambda) nirgends definiert ist. Von daher kann man das jetzt auch nicht für ein Beispiel einsetzen.
Für die Eigenfrequenz nehme ich nur die Schaftmasse, für die Berechnung der ersten maximalen Durchbiegung als Gegenkraft die Masse der kritischen Knicklänge plus der Spitzenmasse

Gruß und klar doch,
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