Pfeilschwingung/Eine These

Fragen, Themen die sich mit dem Pfeil und dem Pfeilflug an sich befassen
Sebastian Rohrberg
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Re: Pfeilschwingung/Eine These

Beitrag von Sebastian Rohrberg »

Moin.
Der Papiertest mit befiederten Pfeilen wird auf eine kurze Distanz gemacht, weil die Befiederung den Pfeil ja irgendwann gerade fliegen lässt. Diese Stabilisierung passiert wahrscheinlich irgendwann bis 10m. Beim Compound möchte man,zumindest erstmal, sehen wie der Pfeil den Bogen verlässt. Man verstellt aber meistens den Bogen um ein Loch zu erzielen.
Beim Recurve wollen wir aber den Pfeil anpassen. Der hat viel mehr Bewegung als der vom Compound. Also braucht man ein bisschen mehr Abstand zum Papier. So wenig, dass die Befiederung noch nicht zuviel bewirkt hat und soviel, dass man nicht in das getrudel gerät. 2 bis 5m vielleicht.
Ich schieße, wenn überhaupt, Rohschäfte durch Papier. Da ist es so, dass der Riss deutlicher mit größerer Entfernung wird.
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ullr
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Re: Pfeilschwingung/Eine These

Beitrag von ullr »

bkr_hro hat geschrieben: 21. Dez 2023, 20:01 Wenn gestattet, mal eine Frage eines eher Praktikers und Nicht-Formel-Menschen...

Dieser Rohschafttest - natürlich kenne ich ihn.
Habe ihn aber schon immer angezweifelt und in den letzten recht vielen Jahren komplett "verdrängt".
Ich habe mich immer gefragt, woher die angenommene Entfernung zwischen Schütze und Papier (xx Meter, y Stabilängen (gibt ja nun mal unterschiedlich lange Stabies..., und und und ...) kommt, auf welcher Basis diese "empfohlen" wurden.

Ein "Recurve"pfeil schwingt, woher weiß der Sportler also, wo er stehen soll ?
Ein Papiertest hätte nur Sinn, wenn exakt die Entfernung zum -meinetwegen- Button festgelegt und dokumentiert wird. Die Schüsse selber müssen von einer Schießmaschine aus erfolgen, damit keine Bewegungen vor/während des Schusses entstehen und kein Einfluss eines Schützen (Bogenhandhaltung, Kopfstellung, Löseverhalten) vorhanden ist. Nur so käme eine saubere Dokumentation des Pfeilverhaltens und eine gute Dokumentation zustande. Der Test selber muss in einem geschlossenen Raum erfolgen, um atmosphärische Einflüsse auszuschalten. Die Auswertung dieser Ergebnisse ist auch relativ kompliziert.
Gruß und klar doch,
"Gut Schuss!"
Christian
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Sebastian Rohrberg
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Re: Pfeilschwingung/Eine These

Beitrag von Sebastian Rohrberg »

Moin.
Ich finde die Idee, einfach durch Papier zu schießen um den Pfeilflug darzustellen, so simpel wie genial.
Was da was verursacht bekommt man mit ein bisschen probieren raus.
Wie ich schon schrieb:
Schießmaschinen sind gut um die Genauigkeit des Materials zu testen. Nicht um das System Bogen, Pfeil, Mensch in Einklang zu bekommen.
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ullr
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Re: Pfeilschwingung/Eine These

Beitrag von ullr »

Sebastian Rohrberg hat geschrieben: 22. Dez 2023, 08:34 Moin.
Ich finde die Idee, einfach durch Papier zu schießen um den Pfeilflug darzustellen, so simpel wie genial.
Was da was verursacht bekommt man mit ein bisschen probieren raus.
Wie ich schon schrieb:
Schießmaschinen sind gut um die Genauigkeit des Materials zu testen.
Nicht die die Genauigkeit, sondern auch das Zusammenwirken der Komponenten, um hohe Präzision zu erhalten. Das ist beim Bogenschießen wg. des komplexen Zusammenhanges Pfeil-Bogen-Mensch noch viel wichtiger. Aus Kostengründen wird es unter Einbeziehung des Schützen/In auf 10m durchgeführt. Dazu braucht es keine Spielereien auf 20... was weiß ich 90m mit Papierscheiben.
Alles weitere Herumgewusel mit Papierscheiben ist letztendlich sinnlos. Der Spitzenschütze wird sich letztend immer aus einem größeren Pfeilsatz die Turnierpfeile heraussuchen, die das kleinste Treffbild erzeugen. Wie er das macht, ist sein Bier.
Ich habe zwei Verfahren geschildert, wie es am besten und zuverlässigsten funktioniert.
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Sebastian Rohrberg
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Re: Pfeilschwingung/Eine These

Beitrag von Sebastian Rohrberg »

Moin.
Erstmal schieße ich den Pfeil und den Nockpunkt aus. So perfekt wie möglich.
(Nach ullrs Modell käme da wohl ein wert zwischen 6,8 und 7,2 raus.)
Dann schieße ich Gruppierungen mit leicht verändertem Nockpunkt und Buttonwerten. Natürlich immer eines zur Zeit.
Dann schieße ich die Pfeile aus um einen perfekten Satz zu bekommen. Vorher habe ich jeden Schaft gemessen, markiert, gewogen. Spitzen auf das gleich Gewicht gebracht.
Das ist die gängige Praxis und absolut kein Geheimnis.
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Re: Pfeilschwingung/Eine These

Beitrag von mark1968 »

ullr hat geschrieben: 22. Dez 2023, 09:38
Sebastian Rohrberg hat geschrieben: 22. Dez 2023, 08:34 Moin.
Ich finde die Idee, einfach durch Papier zu schießen um den Pfeilflug darzustellen, so simpel wie genial.
Was da was verursacht bekommt man mit ein bisschen probieren raus.
Wie ich schon schrieb:
Schießmaschinen sind gut um die Genauigkeit des Materials zu testen.
Nicht die die Genauigkeit, sondern auch das Zusammenwirken der Komponenten, um hohe Präzision zu erhalten. Das ist beim Bogenschießen wg. des komplexen Zusammenhanges Pfeil-Bogen-Mensch noch viel wichtiger. Aus Kostengründen wird es unter Einbeziehung des Schützen/In auf 10m durchgeführt. Dazu braucht es keine Spielereien auf 20... was weiß ich 90m mit Papierscheiben.
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Ich habe zwei Verfahren geschildert, wie es am besten und zuverlässigsten funktioniert.
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Hallo ullr,
ich hatte auch schon einmal erwähnt, dass eine Schießmaschine lediglich dazu dienen kann, die Genauigkeit von Material zu ermitteln. Das individuelle Tuning für den einzelnen Schützen kann niemals von einer Schießmaschine aus erfolgen, sondern muss durch persönliches Ausschießen/Feintuning vom Schützen selbst gemacht werden.

Gruß
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Re: Pfeilschwingung/Eine These

Beitrag von Sebastian Rohrberg »

Moin.
Jetzt weiß ich endlich was ich mir zu Weihnachten wünsche.
Ich wünsche mir 30m, weil ich mir nur 40 leisten kann.

Fröhliche Weihnachten an alle
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Re: Pfeilschwingung/Eine These

Beitrag von rstoll »

Also ich tue mich noch immer schwer, besagte Beobachtungen (Bullethole, Spitze/Schaft rechts links) beim Papiertest, auch beschrieben im Easton tuning Guide (https://eastonarchery.com/wp-content/up ... Easton.pdf, seite 6) gedanklich nachvollziehen zu können.
Ich begründe das mit folgendem Video (https://olympics.com/de/video/dai-battl ... ull-replay) ab 03:35. Hier sieht man die Schwingungen sehr schön vor dem violetten Hintergrund.
Bullethole kann ich mir hier schon gar nicht vorstellen.
Und ob der Pfeil mit der Spitze links ausgelenkt das Papier durchdringt oder die Spitze gerade rechts ist, ist m.E. doch eher von der Entfernung abhängig.

Was mir hingegen einleuchten könnte ist, dass der kleinstmögliche Riss ein Indiz für eine optimale Ausrichtung der Schwingungsknoten sein könnte.

Also helft mir. Wo sind meine "Gedankenknoten"?

Nachtrag: Hab gerad bemerkt dass man das Video nur mit Anmeldung sehen kann. Daher hier mal ein zusammengeschnittenes Bild daraus:
pt01.jpg
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ullr
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Re: Pfeilschwingung/Eine These

Beitrag von ullr »

Eine sehr interessantes Video. Danke für's Zeigen.
Für mich war überraschend, dass die Biegeschwingung des Pfeiles nach 20-30m Flug noch eine so große Amplitude hat.
Gruß und alles Gute im Neuen Jahr 2024
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Re: Pfeilschwingung/Eine These

Beitrag von mark1968 »

ullr hat geschrieben: 26. Dez 2023, 10:30 Eine sehr interessantes Video. Danke für's Zeigen.
Für mich war überraschend, dass die Biegeschwingung des Pfeiles nach 20-30m Flug noch eine so große Amplitude hat.
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Christian
Das hatte ich schon einmal mit einem Video gezeigt. Erkennbar ist das "Schwingen" des Pfeils mindestens bis 50/60mtr.

Gruß
Markus
mark1968 hat geschrieben: 15. Dez 2023, 13:24
Ich weiß gerade nicht, ob du das meinst: Der Pfeil wird nur eine Weile weiterschwingt, wenn er den Bogen verlassen hat. Wenn Du das so meinst, denke ich, dass das nicht ganz richtig ist.
Die Schwingung setzt sich (natürlich wird sie nach und nach abgeschwächt) in dem Fall HIER zu zur Scheibe auf 70mtr fort. Falls du etwas anderes gemeint hast, SORRY. Dann hab ich das nur nicht verstanden. :roll: :D

Gruß
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