Den richtigen Anfängerbogen finden

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ullr
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Re: Den richtigen Anfängerbogen finden

Beitrag von ullr » 8. Apr 2021, 15:46

landbub hat geschrieben:
5. Apr 2021, 18:36
Waldgeist hat geschrieben:
5. Apr 2021, 17:47
Genau. Deshalb steigt man ja auch gleich in ein Formel 1 Fahrzeug ...
Compound zu lernen ist nicht schwieriger als Recurve. Warum sollte man - wenn man weiss, was man schiessen will - erst etwas lernen, was man dann nicht mehr braucht?
...
Es ist m.M.n. sogar noch einfacher.
1. Kann ein Release benutzt werden. Damit ist es um eine Größenordnungen leichter, richtig zu lösen. Der Klicker wird durch den Druckpunkt im Release ersetzt. Ja, ich habe da Erfahrung, ich habe fast 10 Jahre Recurve mit einem hochwertigen Release geschossen.
2. Die Abstimmung Pfeil/Compound wird um Größenordnungen einfacher sein, weil der Compound den Pfeil nicht über seine kritische Knickkraft hinausgehend belastet.
3. Der Compounder hat ein komfortables Visier aus Visierkorn und Diopter und damit ein geschlossenes Visierbild.
4. Die geringere Endhaltekraft spielt dagegen nur eine untergeordnete Rolle, ist aber auch ein positiver Effekt zumindest beim Lernen.
Gruß und klar doch,
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Waldgeist
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Re: Den richtigen Anfängerbogen finden

Beitrag von Waldgeist » 8. Apr 2021, 16:23

Das es funktionieren kann, will ich gar nicht infrage stellen. Aber ist es auch sinnvoll? Gerade am Beispiel des Release mache ich mal meine Auffassung deutlich: Das Zusammenspiel von Bogen und Sehne kann ich bei Verwendung einer Ablasshilfe weniger gut vermitteln. Auch deshalb beginne ich mit einem möglichst leichten Bogen, damit der/die Anfänger/in ein Gefühl bekommt, sich auf das Set einzulassen.
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landbub
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Re: Den richtigen Anfängerbogen finden

Beitrag von landbub » 8. Apr 2021, 17:41

ullr hat geschrieben:
8. Apr 2021, 15:46

2. Die Abstimmung Pfeil/Compound wird um Größenordnungen einfacher sein, weil der Compound den Pfeil nicht über seine kritische Knickkraft hinausgehend belastet.
Um das mal zu unterstreichen, weil da manche eine Wissenschaft draus machen: Meinen Targetbogen mit gut 50# schiesse ich unverändert in der Halle, die WA720 und Feldbogen mit Pfeilen von 300 bis 600 Spine. Ein "zu hart" gibts nicht, ein "zu weich" findet seine Grenze dann meist in den 5 gpp, die man nicht unterschreiten sollte.
ullr hat geschrieben:
8. Apr 2021, 15:46
4. Die geringere Endhaltekraft spielt dagegen nur eine untergeordnete Rolle, ist aber auch ein positiver Effekt zumindest beim Lernen.
Da sorge ich aber dafür, dass meine Anfänger - wenn es denn geht - nur so 60 bis max 70% Letoff haben. Es gibt ja inzwischen Bögen mit 85% oder gar 90%, meist aus der Bogenjagd kommend. Und da wird tatsächlich "Facetorque" (ja, der Begriff ist in jeder Hinsicht falsch) zum Problem. Gemeint ist, dass man mit Backe und/oder Nase tatsächlich eine seit. Ablenkung der Sehne im Auszug verursacht durch die geringe Spannung derselbigen. Vor allem, wenn man nicht ganz so straff gegen die Wand zieht, was gene passiert, wenn das Valley (also der Bereich, wo das Letoff wirkt) auch noch recht gross ist und der Bogen nicht sofort anreisst, sofern man auch nur 2mm nach vorne geht mit dem Release.

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Re: Den richtigen Anfängerbogen finden

Beitrag von landbub » 8. Apr 2021, 17:52

Waldgeist hat geschrieben:
8. Apr 2021, 16:23
Gerade am Beispiel des Release mache ich mal meine Auffassung deutlich: Das Zusammenspiel von Bogen und Sehne kann ich bei Verwendung einer Ablasshilfe weniger gut vermitteln.
Welche Bedeutung hat bei einem Compound das Zusammenspiel von Bogen und Sehne? Von technischen Abhängigkeiten wie Camsync bei DualCam etc mal abgesehen. Themen wie die Beeinflussung der Pfeilabstimmung durch unterschiedlich dicke Sehnen oder gar deren Materialauswahl, das spielt alles keine Rolle beim Compound. Da kommt das beinharten und non-creeping Matierial drauf und gut ist es. Man muss keinen Nockpunkt ausschhiessen, sondern die Pfeilauflage und das Scope.
Waldgeist hat geschrieben:
8. Apr 2021, 16:23
Auch deshalb beginne ich mit einem möglichst leichten Bogen, damit der/die Anfänger/in ein Gefühl bekommt, sich auf das Set einzulassen.
Leicht ja, vom Auszug und vom Gewicht (Masse) her. Drum bekommen Anfänger bei mir auch eher jagdliche Bögen: Kurz und leicht. Den PSE Stinger z.B. und der hält auch Leerschüsse aus. Und während man einem Recurcve Neuling mit dem Installationsrohrbogen den Bewegungsablauf antrainiert, bekommt der Compoundanfänger ein echtes Backtension release (kein Hinge) Eingestgellt auf 12# mit Trainerlock und dann ohne, so dass er gleich von Anfang an weiss, wie man mit der Wand umgeht und was ein Surprise Shot ist. Das ganze 5m vor der 130 x 130er Scheibe, da muss keiner Angst haben, vorbei zu schiessen.

Du siehst: Es gibt einfach essentielle Unterschiede.

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ullr
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Re: Den richtigen Anfängerbogen finden

Beitrag von ullr » 8. Apr 2021, 18:56

Waldgeist hat geschrieben:
8. Apr 2021, 16:23
Das es funktionieren kann, will ich gar nicht infrage stellen. Aber ist es auch sinnvoll? Gerade am Beispiel des Release mache ich mal meine Auffassung deutlich: Das Zusammenspiel von Bogen und Sehne kann ich bei Verwendung einer Ablasshilfe weniger gut vermitteln. Auch deshalb beginne ich mit einem möglichst leichten Bogen, damit der/die Anfänger/in ein Gefühl bekommt, sich auf das Set einzulassen.
Hallo Waldgeist, diese beiden Bogentypen unterscheiden sich um Welten. Weitaus mehr als Visierrecurve und Blankbogen. Ich will damit sagen, dass Du, um Compoundschießen zu lernen, nicht mit Recurve anfangen mußt. Und ich habe selten oder ???? garnicht erlebt, dass ein Compoundschütze später auf Recurve umgestiegen ist... Ich habe in meinem Verein mit meiner Frau zusammen nur Recurve/Visierbogen ausgebildet. Einige unserer Schützlinge sind später ohne Probleme zum Compound oder Blankbogen umgestiegen.
Gruß und klar doch,
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